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"Be your own refuge, with no other refuge." - nach Buddha

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Die Gegenwindmethode

  • 19. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Um im Entscheidungsfindungsprozess funktionalere Möglichkeiten zu filtern, kann nach der Auflistung der verschiedenen Optionen eine Überprüfung mithilfe der Gegenwind-Methode sinnvoll sein.


Man nimmt dabei im Wechsel die Rolle des Fürsprechers einer Idee und dessen Kritiker ein. Hierfür kann es im Selbstcoaching sinnvoll sein, zwei unterschiedliche Plätze (zwei Stühle) oder unterschiedliche Körperhaltungen einzunehmen.


  1. Ermittlung von Handlungsoptionen

Es wird zuvor eine Liste mit den verfügbaren Handlungsoptionen erstellt.


  1. Der innere Kritiker versucht die Schwachstellen einer Option zu beleuchten

Es kommen vielleicht auch die eigenen negativen Glaubenssätze dabei ans Licht z.B. in Bezug auf:

Sinnhaftigkeit

Wird durch die Erreichung eines Ziels das erreicht was wir im Grunde wollen? Passt es zu unseren Werten?

Tiefe/Durchdachtheit

Ist eine Handlungsoption bereits weit genug ausformuliert oder ist das Bild einer Sache noch eher oberflächlicher/unvollständiger Art? Warum nicht erst, wenn alles stimmig ist?

Ressourcen

Ist das Ziel mithilfe der momentan verfügbaren Ressourcen (Zeit, Aufmerksamkeit, Energie) überhaupt erreichbar? Wie passt sie in den momentanen Gesamtrahmen? Wäre es nicht klüger noch zu warten, bis die Ressourcen vorhanden sind?

Kommunikation

Warum sollte man ausgerechnet uns zuhören? Was denken die anderen? Wollen wir uns so zeigen? Was ist, wenn man uns Unsicherheit anmerkt? Hälst du auch kritische Stimmen aus?

Befähigung/Skills

Was qualifiziert uns zur entsprechenden Option? Überschätzen wir, wie gut wir sind? Haben wir nicht ein zu geringes Skilllevel und wäre eine Deligation nicht sinnvoller?

Risiken

Gibt es Gefahren, die dem Kritiker einfallen, die in Betracht gezogen und nicht ignoriert werden sollten?

Katastrophe

Was wenn wir scheitern? Was wenn wir uns und anderen damit schaden? Was ist bei unkontrollierbaren Auswirkungen? Was, wenn wir etwas verlieren, das uns wichtig ist?

 3. Argumentation im Sinne einer Handlungsmöglichkeit oder Hinterfragen der Absicht der Kritik.


Diskutiere mit deinem inneren Kritiker und stelle die Vorzüge der Dafür-Option dar. Gege auf die Fragen ein, stelle aber auch, wenn nötig, die Gewichtung/Bedeutung ins richtige Verhältnis. Wäre (trotz aller Kritik) ein Nicht-Handeln wirklich die sicherste Option?


Man kann z.B. auch integrative Fragen in Richtung des Kritikers stellen, wie z.B.


  • Wofür danke ich dir?

  • Wo hast Du mir früher wirklich geholfen?

  • Wie können wir das gemeinsam machen?

  • Wie klein müsste der nächste Schritt sein, damit du Ihn tolerierst?

 

4. Am Ende kann man sich einige Fragen aus einer übergeordneten Perspektive zum Ablauf der Übung stellen:


  • Bei welchen Punkten war ich enthusiastisch, worauf habe ich bei meiner Pro Seite besonders Wert gelegt?

  • Was ist mir dabei bewußt geworden?

  • Bei welchen Punkten konnte ich kaum Argumente vorbringen? Wo haben Sie die Kritik am meißten nachvollziehen können?

  • Warum könnte das jeweils so sein?

  • Wie konkret und genau waren die einzelnen Positionen bereits?

  • Welche Emotionen haben sie bei der Verteidung der Optionen gespürt?

  • Welche Überraschungen gab es im Verlauf des inneren Dialogs?


Die Gegenwind Methode stellt verschiede mögliche Perspektiven zu einer Option dar, die keinen entgültigen Standpunkt repräsentieren müssen. Die Methode passt vielleicht nicht immer, wenn es eher ums Ausprobieren und Trial-and-Error geht.


Mögliche Themen für die GW-Methode:


  1. Authentisch statt angepasst sein

    („Mach dich nicht verletzlich“, „Du wirst enttäuscht“)

  2. Vom Perfektionismus ins Handeln kommen

    („Andere sind professioneller“)

  3. Kreative Arbeit veröffentlichen

    („Du bist noch nicht so weit“, „Das ist zu persönlich“)

  4. Disziplin vs. Freiheit

    („Das bist du doch gar nicht“, „Das schaffst du nicht“, „Das ist zu unsicher / eingeengt)

  5. Neue Selbstdefinition wagen

    („Bleib wie du bist“)

  6. Herz-Kompass folgen

    („Bleib rational“)

  7. Ehrlich Gefühle aussprechen

    („Du wirst enttäuscht“)

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